BREITENSPORT
AKTUELL
Sechster Törn der Lappingsegler perfekt.
2009 wieder auf dem Ijsselmeer.


Dass die TCB Tennisrecken nicht nur ihrem geliebten Sport mit den Schlägern und den gelben Bällen frönen, sondern auch genau so gerne andere Sportarten ausüben, haben sie nun schon zum 6. Mal mit einem weiteren Segeltörn auf dem Ijsselmeer bewiesen.
Am Montag, den 15.Juni 2009 ging es los. Pünktlich um 7.00 Uhr in der Früh‘ holt Skipper Jürgen Raddatz den Smutje Herbert Hupfer, den Coskipper Reinhold Fleischmann und den Purser Klaus Wegerich ab, und schon um 12.30 Uhr sind wir in Lemmer und unserer Ausgangsmarina beim Vercharterer „Enjoy Sailing“.
Unser Segelschiff „Calypso“, eine Beneteau -Oceanis 34, liegt schon freundlich am Liegeplatz 21. Formalitäten werden im Büro erledigt, Proviant besorgt und im Schiff verladen, die letzten Instuktionen eingeholt, und schon kommt das Kommando vom Skipper: „Alles klar? Leinen los und Fender rein“ und ab geht’s Richtung Sloten und Woundsend. Dort in dem kleinen Ort wird am Dorfpier festgemacht, keine 50 Meter vom nächsten Gasthaus entfernt.

Am nächsten Tag geht’s unter Fock und achterlichem Wind zunächst durch enge Kanäle, dann ins Heeger Meer und Flüssen bis zum Yachthafen Kuittart zur Mittagspause. Danach weiter durch die Schleuse von Stavoren raus aufs Ijsselmmer. Jetzt ist hartes Segeln angesagt: Windstärke 5 und starker Wellengang. Das Groß und die Fock werden gerefft, der Kompasskurs Richtung Medemblick festgelegt und ab geht’s, bis wir gegen 17.00 Uhr den gemütlichen Pekelharinghayen erreichen.

Am Mittwoch, den17.Juni, geht es weiter mit schönem gemütlichen Segeln und 3 Windstärken von achtern zurück übers Ijsselmeer nach Hindeloopen, unserem Lieblingshafen. Nachts werden wir etwas durchgeschüttelt von starken Böen und Regenschauern, bis wir morgens bemerken, dass wieder mal ein kapitaler Aal an der von Klaus über Nacht ausgelegten Angel angebissen hat. Das Prachtstück wird sogleich eingeholt und für das kommende Abendessen vorbereitet.
Die Weiterfahrt geht von Hindeloopen zunächst einige Meilen übers Ijsselmeer und dann durch die Schleuse von Workum rein ins Binnenrevier. In Workum sind zunächst 5 Brücken zu passieren, die jedes Mal unverzüglich, kaum sind wir in Sichtweite des Brückenwärters, für uns geöffnet werden. An der idyllischen Insel Langehoekpölle wollen wir anlegen und Mittagspause machen. Die Zufahrt ist eng und ziemlich flach und nur mit wenigen Bojen markiert. Als aber der Tiefenmesser nur noch 1,2 m anzeigt wird es uns doch zu mulmig und der Versuch wird abgeblasen. Dafür machen wir etwas später am Yachthafen De Rakken fest und genießen die köstliche Bohnensuppe.
Mit frischer Kraft geht es weiter quer durch die Landschaft bis zum kleinen Örtchen Ilst, wo wir für die Nacht mitten im Ort vor einer Gartenanlage festmachen. Liegegebühr von 9,80 € wird abends vom radfahrenden Einkassierer abgeholt.
Am Freitag, den 19.Juni, geht es durch den gewundenen Stadtkanal von Sneek und durch 3 Brücken in den Princess-Margriet-Kanal und unter gerefften Segeln mit Windstärke 5 Richtung Sneekermeer bis Grow. Dort gibt es nach einem ausgiebigen Rundgang durch das Bilderbuchstädtchen und dem Genuss eines zünftigen Matjesherings mit Jenevernachspülung endlich den heiß erwarteten gebratenen Aal. Klaus bereitet ihn fachmännisch in der Kombüse mit super Bratkartoffeln vor, und allen schmeckts vorzüglich bis auf Reinhold, der an sowas selbst nach mehrmaligem Zureden einfach nicht ran will. Dafür muß er sich mit einer Erbsensuppe begnügen.

Der letzte Tag bricht an. Nach einem ausgiebigen Frühstück mir Eiern und Speck verlassen wir Grow in südwestlicher Richtung, machen noch einmal in Woundsend halt, und schaffen dann das letzte Stück bis zum Heimathafen in Lemmer. Nochmal heißt es „Alle Mann an Bord, Fender raus und Festmacherleinen klar“, bis wir dann endlich sicher zwischen den Dalben des Hafens festmachen.

Ein schöner Segeltörn ist vorbei, aber noch nicht ganz, denn am Abend gibt es noch das traditionelle Käptainsdinner. Ahoi und Prost!

Herbert Hupfer
Bessungen und Lelystad Schwesterstädte?
TCB-Segeltörn im Ijsselmeer 19. – 23.Juni 2006

Da war es wieder das Gefühl, jene wunderbare Empfindung, wo man sich in die Zeit der schönen Schulausflüge zurückversetzt fühlt, wo so eine gewisse Abenteuerlust und der Drang zu neuen Taten wieder aufflackern.Da lag sie nun unsere stolze, geliebte „Zilvermeevw“ in der Flevo-Marina. Welch ein Hochgefühl, sie wieder zu sehen und sogleich startklar zu machen!
Nix wie Leinen los, durch die Huitripschleuse mit Kurs auf Hoorn. Segeln war zunächst nicht möglich, da wieder der Wind mit Stärke 4 bis 5 aus Süd/West von vorne kam. Also Motor an bei starkem Seegang, 5 Stunden durchs Markermeer getuckert, um dann zwischen den Dalben der Marina des schönen Fischerstädtchens Hoorn festzumachen. Alle jene gemütlichen, sauberen Städtchen dort haben ihren eignen Charme und Reiz.
Leichte italienische Kost wurde beim ersten Landgang zu sich genommen. An Bord gab’s noch ein Gläschen Grauer Burgunder von der Bergstraße mit Knabberzeug. Klaus, der Leichtmatrose und Herbert, der Smutje, pafften noch ein Zigärrchen, während Skipper Jürgen und Coskipper Reinhold sich für den Schlafpräparierten. Dann aber rasch in die Kojen, um fit für neue Aufgaben am nächsten Tag zu sein. Leichte Wellen in der Marina schaukeln uns sanft in den Schlaf.

Dienstag, 20.06.2006
Frühes Rumoren, Rasierer surren. Wie jeden Morgen kräftiges Frühstück: Speck mit Rühr-Spiegelei- Kombination vom Smutje.
Ablegen vom Steg, raus aus der Marina Hoorn. Die Fock wird gesetzt. Windstärke 5 aus West bei bewegter See. Mit gerefftem Groß und der Fock Rekordgeschwindigkeit. Ein Speed von 8.2 Knoten. Steuermann Klaus meldet sogar enthusiastisch 8.6 Knoten Fahrt durchs Wasser. Im Vorhafen von Stavoren wird fest gemacht. Der Smutje zaubert eine Bohnensuppe à la Herbert mit angerösteten Zwiebeln und Schinkenspeck mit Würstcheneinlage. Dazu wird Schwarzbrot und Senf gereicht. Als Belohnung für die von Wind und Wellen geforderten Seefahrer je eine Dose Grolch-Bier und zum Nachtisch einen Apfel-Nuss Riegel.
Weiterfahrt und festmachen in der Marina Stavoren. Das WM- Spiel Deutschland: Ecuador 4:2 sehen wir in der gemütlichen Hafenkneipe. Danach gemäßigte Siegesfeier an Bord.

Mittwoch, 21.06.06
Es ist kalt nach unruhiger Nacht mit Windböen und Regen. Wärmendes Frühstück wird gebraucht. Wind aus Süd/West. Windstärke 6, weiter mit gereffter Fock und achterlichem Wind, Speed 6,5 Knoten. Durch Fluessen- und Heegermeer. Nun Kanalfahrt, Johann Friso- und Prinzess Margret-Kanal. Vor Lemmer herrscht starker Wind und Regen.
Skipper Jürgen harrt in Sturm und Wetter aus und manövriert uns sicher und zuverlässig in den Stadtkanal Lemmer, wo im Päckchen neben einem netten Schweden mitten in der Stadt fest gemacht wird. Alles ist durchnässt und klamm.
Nun bekommt auch unser Kapitän seine gewünschte, hoch verdiente Erbsensuppe mit diverser Legierung. Die nassen Klamotten werden zum Trocknen aufgehängt.
Beim Landgang bezaubert uns immer wieder das schöne Städtchen Lemmer. Die anheimelnden Gebäude und Häuschen, die verschiedenartigen Brücken, die Kanäle, die schönen Schiffe und die freundlichen Leute.
Da genügend Proviant an Bord ist, wird das Abendessen im Salon der Zilvermeevw serviert. Wir dinieren sehr gut und opulent. Doch Coskipper Reinhold kann sich nicht verkneifen:“ So e Mitternachtssüppche hätt isch aach noch mit links von steuerbord weggebudsd!“
Dann wieder WM-Fußball: Niederlande: Argentinien 0:0 in stimmungsgeladener Seemannskneipe. So ein paar Schöppchen und Aqua-Linie als viskositäre Untermalung kommen zum Einsatz. Auch zieren noch ein paar wohlduftende Brasilqualmschlieren von Klaus und Herbert den Abendhimmel über dem Cockpit der Zilvermeevw.
Jedoch trüben sich die Mienen, da immer mehr Sturm aufkommt. Für Donnerstag gibt es vom Wetterdienst Sturmwarnung! Es wird also riesiges Hackwetter erwartet! Sollen wir morgen überhaupt starten? Abwarten, kommt Zeit kommt Rat.

Donnerstag, 22.06.06
Nach deftigem Frühstück doch der Entschluss: Leinen los! Mit Motor durch Stadtkanal und Schleuse Lemmer. Dann wird’s ernst. Das Ölzeug und die Rettungswesten werden angelegt. Mit den Livebelts wird sich an der Yacht festgegurtet, damit der starke Sturm keinen Sailer über Bord fegen kann. Es kommt auch ganz schön dick. Starker Seegang. Wind von vorne. Windstärke 7. Das waren Wellen ohwei, ohweia! Und das 5 Stunden lang. 5 Stunden Achterbahnfahrt auf dem Ijsselmeer ist jedoch wesentlich billiger als auf dem Heinerfest. Hier zeichnen sich Skipper Jürgen, Coskipper Reinhold und Aalfänger Klaus als Wellenaustänzer am Ruder aus. Gegen 13:30h wird die Marina Lelystad wieder angelaufen. Sicheres, glückliches Rückwärtsanlegen am Ankunftssteg. Diesmal schafft`s Smutje Herbert, die Steuerbordbugleine über den Dalben zu werfen. Welch unglaubliche, seemännische Leistung, Geschafft!
Nun verdiente Freizeit für die Crew. Duschen, ausruhen, relaxen, träumen. Dann der traditionelle Abschlussspaziergang zur Familienkneipe am Strand. Hunderte von Lappings tummeln sich in den Dünen. Lelystad müsste eigentlich Lappingstad heißen. Wäre das nicht eine Städteverschwisterung wert, Lelystad und Bessungen ?
Een goude, oulde Genever mit Oberflächenspannungstest, serviert vom Opa, beendet unser Abschiedsessen. Etwas wehmütig trollen wir uns in der Abendsonne wieder zur Zilvermeevw. Noch ein Foto von der Crew in der Kuchenbude, und unser letzter, gemütlicher Abend im Mahagonisalon. Ordentlich sind dann noch alle gluckernden Reste aufgebraucht worden.

Freitag , 23.06.2006
Frühes, reges Treiben. Flottes, leckres Frühstück. Packen, Gepäck von Bord. Schiff reinigen. Frau Struiwig (liebevoll von uns Frau Struwwelich genannt) von der Charter-Gesellschaft kontrolliert genau. Letzter Blick. Abfahrt Lelystad 10:00h. Ankunft Lappingshausen nach wiederum 460 Km um 16:00 Uhr.
Jungs, es war wieder umwerfend schön! Danke, dass es Euch gibt.

IMPRESSIONEN
Coskipper Reinhold träumt schon beim Autopacken vom Grindkopp mit Zwiwwel un Mitternachtssupp. Leichtmatrose und Hochseeangler Klaus hat Pech beim Aalefangen. Die Biester sind zu clever. Nur ein kleiner Fisch beißt seine Schmaaserteier. Skipper Jürgen gibt in Lemmer eine sehr leckre Runde Matjes aus. Smutje Herbert verwechselt beim Anlegen in Hoorn die Achternleine mit dem Fender und merkt erst eingeseift unter der Dusche, dass er kein Handtuch dabei hat. Leichte Rüge vom Skipper!
Vor Lemmer herrschte so ein Sturm, dass Geschirr aus den noch ungesicherten Schapps zerdeppert durch den Salon flog, und der Smutje die fertige Linsensuppe im Topf in der Spüle einklemmen mußte. Herbert am Ruder gelingt es am ersten Tag, ohne es zu merken, einen Kurs wieder zurück nach Lelystad zu steuern, wo wir doch nach Hoorn wollten! Coskipper Reinhold:“ Ei, des bringt ach nur der ferdisch. Der is doch ferdisch, der Tüp!“
Leichtmatrose Klaus sagt zu sich: “Pass auf!“ und beäugt mit dem Fernglas vorbeifahrende Segler. Wird sofort von der Schiffsführung zur Raison gerufen:“ Na, na, na, das macht man nicht!“. Wieder waren akrobatische Szenen beim Von- und Anbordgehen über den Bug zu beobachten. Ein Naturereignis durften wir noch am letzten Tag erleben, als ein Haubentaucherpaar zusammen direkt an unserem Anlegesteg sein Nest baute, und die stolze, werdende Mama das Ei ausbrütete.
Schön, noch einmal Natur pur am Ende dieser Tour.

Herbert Hupfer





































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